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Googles „Project Owl“ enthält neue Features, die es den Nutzern leichter machen soll, unangemessene, beleidigende und gesetzeswidrige Suchvorschläge schneller zu erkennen und zu entfernen.

 

 

 

Das neue Google Feature – die Hintergründe

Der Begriff Fake-News hat aktuell eine große Mediendebatte ausgelöst. Aber nicht nur Falschmeldungen im Internet sind ein Thema. Google kam zuletzt häufig in die Kritik für Anzeigen in den automatischen Suchanfragen. Diese werden automatisch durch einen Algorithmus errechnet. Dem Nutzer werden zu seinem Suchbegriff dabei Erweiterungen vorgeschlagen, die am häufigsten von anderen Nutzern gesucht wurden. In der Regel handelt es sich dabei um eine besonders nutzerfreundliche Funktion. Die Suche kann schneller und zielgerichteter erfolgen. Auf diese Weise können aber auch falsche, gesetzeswidrige oder verletzende Vorschläge in den Google Algorithmus aufgenommen werden.

In Deutschland kam es beispielsweise zu einer Klage von Bettina Wulff gegen Google. Die Frau von Ex-Bundespräsident Wulff hatte geklagt, weil ergänzend zu ihrem Namen die Begriffe „Escort“ und „Rotlicht“ vorgeschlagen wurden.

 

Was hat Google bisher gegen unangebrachte Suchvorschläge unternommen?

Bislang war es Nutzern nur möglich, falsche oder beleidigende Suchvorschläge über ein Formular an das Support Center zu schicken. Für die Nutzer ist dieses Verfahren aber eher umständlich. Eine vereinfachte Meldeform könnte deshalb auch ein größeres Feedback und eine schnellere Verarbeitung mit sich bringen. Google selbst hat immer betont, dass es sich um eine automatische Berechnung der Suchvorschläge aufgrund der Häufigkeit handelt, die nicht im Zusammenhang mit Einstellungen des Unternehmens stehen.

 

Was ist neu?

Bereits im Februar berichteten wir über eine Testfunktion, die Google auf der englischsprachigen Seite einstellte. Das neue Feature sollte es ermöglichen, beleidigende oder verletzende Suchvorschläge durch einen einfachen Klick zu melden. Dazu wurde ein Button gleich unterhalb der Suchvorschläge erstellt und mit „Report offensive query“ benannt.  Searchengineland.com berichtete von einer bestätigten Quelle bei Google, die angab, dass das neue Feature sich zu diesem Zeitpunkt in einer Testphase befand. Bei erfolgreichem Test sollten die Ergänzungen weltweit zur Verfügung stehen.

 

Google Project Owl

Die Testphase der neuen Funktion ist offensichtlich erfolgreich absolviert. Google gab aktuell bekannt, dass nicht nur der neue Meldebutton (jetzt „report inappropriate predictions“), sondern auch weitere Features zum Schutz vor unangebrachten Suchvorschlägen weltweit online gehen. Project Owl vereint die neuen Funktionen und Pläne. Searchengineland berichtet, dass die Aktualisierungen innerhalb der nächsten Zeit weltweit ausgerollt werden sollen. Dazu zählt der Meldebutton unter den automatischen Suchvorschlägen sowie ein Feedback Button unter den sogenannten Feature Snippets. Zusätzlich zielt Google darauf ab, die Meldungen der Nutzer in einen brauchbaren Algorithmus zu integrieren, um die Ergebnislisten selbstständig verbessern zu können. Dazu will Google konsequent das Ziel verfolgen, dass zuverlässiger und qualifizierter Content (Inhalte) in den Suchergebnissen Vorrang und größere Priorität erhält. Ein Ziel, bei dem das Unternehmen einen zukunftsorientierten aber auch beschwerlichen Weg vor sich haben wird.

 

Automatische Suchvorschläge melden

Beim Klick auf den Button könnt ihr zunächst wählen, welchen der angezeigten Suchvorschläge ihr melden wollt. Anschließend öffnet sich ein Fenster, in dem nähere Angaben zur Meldung erfolgen können. Also ob diese Hassbotschaften enthalten, sexuell anstößig sind, gewalttätig oder zu gefährdenden und verletzten Aktivitäten aufrufen. Der letzte Punkt „Other“, also andere, dient zur Meldung von Vorschlägen, die in keine der drei Kategorien passen. Google erhofft sich, dass Suchvorschläge so schneller gemeldet werden und somit auch schneller gelöscht werden können. So können Suchvorschläge auch manuell gelöscht werden, wenn besonders viele Nutzer diese in kurzer Zeit melden.

 

Featured Snippets – Schutz vor Unwahrheiten und beleidigenden Inhalten

In den Google Featured Snippets wird ein Auszug aus einer Webseite den übrigen Ergebnissen vorangestellt. Dies passiert, wenn Google ausgelesen hat, dass sich hier eine schnelle und möglichst präzise Antwort auf eine Suchanfrage findet. Die Featured Snippets werden dann auch durch die Sprachassistenten Google Assistant und Google Home vorgelesen. Negativ Schlagzeilen machte hier die Antwort im Featured Snippet zur Anfrage „Are women evil“ – in der bescheinigt wurde, dass Frauen immer etwas böses in sich haben. Nach massiver Kritik hat Google das Snippet zur Anfrage entfernt.

Allerdings zeigt sich hier besonders das Problem der Featured Snippets. Vorgestellt wird nämlich eine Anfrage, die speziell auf Teile aus den Suchbegriffen antwortet. Das bedeutet, dass vor allem unangebrachte Suchanfragen auch mit ebensolchen Featured Snippets korrespondieren. Google selbst gibt dazu an, dass von allen Suchanfragen nur 0,25% solche unangebrachten, gewalttätigen oder rassistischen Suchanfragen enthalten. Bei rund 6 Milliarden Suchanfragen auf Google jeden Tag machen solche Anfragen aber immer noch über eine Million aus.

 

Wie Google die Qualität der Suchergebnisse verbessern will

Das Problem der unangebrachten Suchvorschläge basiert auf der automatischen Erstellung durch Häufigkeiten. Der Google Algorithmus ist bereits in der Lage Anfragen zu vervollständigen, sich selbstständig durch Machinelearning zu entwickeln und Inhalte auch nach schlechter Wortwahl oder Grammatik zu bewerten. Aktuell ist die Suchmaschine aber nicht in der Lage, Inhalte herabzustufen, wenn diese sich nicht durch eine eindeutige Wortwahl oder Worthäufigkeit als unangebracht oder unwahr auslesen lassen. Die gemeldeten Suchergebnisse und Featured Snippets sollen deshalb in einen anwendbaren Algorithmus integriert werden. Zusätzlich arbeitet Google intern an weiteren Methoden, die es ermöglichen sollen, dass die Suchmaschine selbstständig qualitativ hochwertige, verifizierte und zuverlässige Inhalte bevorzugt. Aktuell laufen dazu Auswertungen mit Testpersonen, die Inhalte entsprechend bewerten. Das Ziel von Google ist es, diese Ergebnisse in einen eigenständigen Algorithmus umwandeln zu können. Es bleibt abzuwarten, was die Entwickler sich einfallen lassen werden.

 

Immer auf dem neuesten Stand – der Blog der Media Company. Lest hier auch alles zur Googles letzten Algorithmuserweiterung für mobile Webseiten oder informiert euch über den neuen Amazon Shop der Zukunft. Ihr wollt eine Alternative zu Google nutzen? Dann haben wir für euch die Infos zu Bing und DuckDuckGo.

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Sandra Pries

Unsere Texterin und Wortakrobatin ist täglich unterwegs im World Wide Web und hält Sie auf dem Laufenden über die neuesten Meldungen und Trends.


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