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Gefährlicher E-Mail-Betrug mit Suchmaschinenoptimierung

Betrug im Internet

Bekommen Sie beunruhigende E-Mails, die Ihnen weismachen wollen, dass Ihre Webseite nicht gefunden wird? Keine Sorge, Sie sind einer unter zig Tausenden. Denn nicht nur Viagra und Live-Cams sind das Thema von gefährlichen Spam-Mails. Mittlerweile erreichen Webseitenbetreiber auch massenweise unerwünschte Angebote zur Suchmaschinenoptimierung.

Der Inhalt ist immer ähnlich: Angeblich wurde ein Fehler im Code gefunden und die Seite sei nicht optimal programmiert, um gut bei den Suchmaschinen gefunden zu werden. Die Lösung bietet selbstverständlich die Firma des Absenders. Sie verspricht Suchmaschinenoptimierung aus dem Stand, quasi sofortige Platzierung auf den ersten Plätzen bei Google gegen eine einmalige Zahlung. Was ist dran an diesen Versprechen?

Diese Mails, die von scheinbar seriösen Firmen wie WebProgress oder SEOWeb kommen, sind nichts anderes als krimineller Spam. Die Angebote werden massenweise verschickt, das allein verstösst schon gegen das Telemediengesetz. Aber nicht nur das, häufig verbergen sich hinter diesen Spammern Briefkastenfirmen. Eine Recherche deckt auf: Das Impressum der Firmenwebseite ist unvollständig, für die angegebene Adresse ist keine Firma registriert, die Domain ist irgendwo auf der Welt, z. B. in Neuseeland, eingetragen und die in der E-Mail genannte Person telefonisch nicht erreichbar – eine typische Verschleierungstaktik von kriminellen Betrügern.

Fakt ist: Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ist harte und aufwändige Arbeit, die langfristig und nachhaltig getan werden muss. Angebote wie “Platz 1 bei Google in 48 Stunden” können nur unseriös sein, weil niemand eine Platz-1-Garantie geben kann. Eine einmalige Optimierung bringt zu 100 % nichts. Derart kurzfristige, sprunghafte Erfolge, wie die Spammer versprechen, sind nur durch kriminelle Handlungen möglich – wenn nach dem Erhalt des Geldes überhaupt etwas getan wird. Und diese Erfolge enden immer innerhalb weniger Wochen mit einem Ausschluss vom Suchindex oder Strafen durch Google, da die angewandten Techniken der Suchmaschinenoptimierung gegen die Richtlinien der Betreiber verstossen.

Häufig kommen Unternehmen mit derart nutzlos gewordenen Seiten dann zu professionellen Agenturen, die den Schaden in mühevoller, langwieriger Arbeit wieder beheben müssen. Und in der Zwischenzeit wird die Webseite gar nicht mehr gefunden.

Deswegen ist unser Rat: Fallen Sie nicht auf Spam herein! Sie verlieren Geld an Verbrecher und schaden Ihrer Webseite und Ihrem Unternehmen durch negative Suchmaschinenoptimierung. Wenden Sie sich lieber gleich an eine professionelle Agentur, wenn Sie mit der Platzierung in den Suchergebnissen unzufrieden sind. Und denken Sie daran: So schlecht können Sie gar nicht gefunden werden, denn der Versender der Mail hat sie ja auch erreicht. Sollten Sie dennoch verunsichert sein, googeln Sie Ihre Webseite selbst und schauen Sie in die Besucher-Statistiken. So können Sie selbst kontrollieren, wie gut Sie gefunden werden und können sich nicht durch Betrüger täuschen lassen.


Thumbnail Image: Online Fraud von Don Hankins via CC BY 2.0


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Annette Bornfeld

2 Kommentare

Vielen Dank für Ihren Kommentar! Und ja, wenn der Anbieter schon selbst nicht auffindbar ist, sollte man spätestens stutzig werden. Sehr gut auch, dass Sie trotz der nachvollziehbaren Versuchung nicht auf die Mail geantwortet haben, schließlich hätte dies eine Lawine weiteren Spams auslösen können. ;-)

Hallo,

wir hatten die letzten Tage auch eine Mail von WebProgress im Postfach.
Nach dem ersten Schreck ;-) prüfte ich die Mail nach. Und googelte auch den E-Mail Text.
Leider wurde ich nicht fündig. Was mich aber auch misstrauisch machte, denn WebProgress mit dem angegebenen Firmensitz war schlechter zu googeln wie meine eigene Seite.
Erst wollte ich dem Absender antworten, und ihm eine Optimierung seiner Seite empfehlen, habe es aber doch gelassen. Um so erfreuter bin ich, dass Sie diesen guten Beitrag verfasst haben.

Mit freundlichen Grüßen
Jérôme Kessel

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