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Barrierefreies Webdesign für Menschen mit Sehschwächen

Mann mit Blindenstock

Ob angeborene oder später entstandene Blindheit, Farbschwächen oder Schärfeschwächen – viele Sehschwächen zwingen Menschen dazu, alternative Methoden zu entwickeln, um Informationen im Internet zu verarbeiten. Die Annahme, es handle sich hierbei um eine kleine Minderheit der Bevölkerung, ist weit gefehlt.

Statistisch gesehen haben knapp 9% der Bevölkerung eine Rot-Grün-Schwäche. Wie viele Menschen an einer Sehbehinderung leiden, kann man nur schätzen, denn Blinde und sehbehinderte Menschen werden in Deutschland nicht gezählt. Man geht aber davon aus, dass es knapp 1,5 Mio. Blinde und Sehbehinderte hierzulande gibt. Und 4 von 5 Menschen mit Behinderungen in Deutschland nutzen das Internet. Es ist also mehr als nur die Besetzung einer Nische, wenn man sein Webdesign für Blinde und Sehbehinderte zugänglich macht. Aber was genau muss man dabei beachten?

Blinde oder stark sehbehinderte Menschen lassen sich Webseiten mithilfe eines Screenreaders vorlesen. Deswegen sollten Webseiten aussagekräftige Titel und Navigationspunkte erhalten. Eine klare Gliederung der Texte mit Überschriften hilft bei der Orientierung. Java- und Flash-Elemente können Screenreader nicht erfassen.

Für Menschen, die nur schlecht sehen können, sollte die Möglichkeit gegeben sein, Text zu vergrößern. Kontraste sollten ausreichend stark gewählt werden. Klare Schriften ohne Schnörkel erleichtern das Lesen zusätzlich.

Bilder sollten in jedem Fall mit Alt-Attributen versehen werden, denn diese werden von Screenreadern gelesen und helfen dabei, den Inhalt eines Bildes vorstellbar zu machen. Text als Bild sollte in jedem Fall vermieden werden, da er für Sehbehinderte nicht zugänglich ist – das gilt auch für Sicherheitsabfragen wie Captchas. Hier sollte man alternative, textbasierte Methoden anbieten.

Was die Farbgebung einer Seite betrifft, so kann man mithilfe eines Simulators testen, wie die eigene Seite für Menschen mit Farbschwächen aussieht, und diese eventuell anpassen.

Seit der Verabschiedung des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen im Jahr 2002 ist das Thema barrierefreie Webseiten zunehmend in den Fokus der Gesellschaft gerückt. Es ist zu erwarten, dass der Trend auch weiterhin zu benutzerfreundlichen Webseiten für behinderte und nicht-behinderte Menschen gehen wird. Die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen zeichnen übrigens jedes Jahr die besten deutschsprachigen, barrierefreien Websites mit dem BIENE-Award aus. Unter den Preisträgern kann man sich ein Bild davon machen, wie sehr gute Barrierefreiheit aussehen kann.

Wer seine Webseite auch für Menschen mit Sehschwächen gut zugänglich macht, tut nicht nur etwas für seine Suchmaschinenoptimierung (denn auch Google freut sich über eine klare Struktur und kann nur Text lesen), sondern erschließt sich auch wahrscheinlich eine neue Besucher– und Kundengruppe.


Thumbnail Image: Follow the lines… von Thomas Leuthard via CC BY 2.0


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Annette Bornfeld

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